Habe ich meinen Deutschlehrer in den Selbstmord getrieben?


For those of my readers, who prefer the English version – You will find it an the end of this post.

Das kann mit absoluter Gewissheit ausgeschlossen werden. Der Grund für diesen tragischen Schritt hatte damals (Mitte der 60er) ganz andere Gründe, die hier auch nichts zu suchen haben.

Dass ich aber den einen oder anderen meiner Deutschlehrer an den Rand der Verzweiflung gebracht habe, da bin ich mir sicher.

Weniger durch meine eloquenten Reden und treffsicheren Inhaltsanalysen – mit beidem konnte ich damals nicht aufwarten, sondern viel mehr durch mein nicht nachlassendes Desinteresse an dem Fach Deutsch an sich.

Ich konnte einfach nicht einsehen, warum wir Günther Grass nur auf die eine Art und Weise interpretieren durften, die dem Lehrer gerade gefiel. Und von der Ilias hatte ich neben den Kapitelüberschriften auch nur die Zusammenfassungen gelesen.

Dann die ständigen Belehrungen bezüglich der Rechtschreibung, von der Interpunktion ganz zu schweigen. Und zu guter Letzt hatte meine Sauklaue den Paukern sicherlich den Rest gegeben – und mir die entsprechenden Noten. Abi-Klausur in Deutsch – 5!

Hätte mir damals jemand prophezeit, ich würde ‘mal ein eigenes Buch schreiben und aus reiner Freude und Begeisterung regelmäßige Beiträge für einen Newsletter wie für ein Weblog verfassen – ich hätte ihn nach Strich und Faden ausgelacht!

Immerhin hat es mich fast dreißig Jahre gekostet, die Traumata der Schulbildung zu vergessen bzw. zu überwinden.

Geheilt hat mich letzten Endes das Bloggen. Auch wenn ich bereits einige Jahre vorher mein “Job&Joy” Buch fertig gestellt habe. Der richtige Spaß am Schreiben kam mit dem Bloggen.

Zum ersten Mal gehört hatte ich von Weblogs, dieser neuen Form der Kommunikation über das Internet, vor etwas mehr als zwei Jahren. Chris Barrow schrieb damals schon regelmäßig seine Eindrücke, Erlebnisse und Überlegungen. Sie waren interessant zu lesen und ich schaute öfters bei seinem Blog vorbei.

Etwa parallel begann in Selent Frank Hunck zu bloggen. Er berichtete relativ regelmäßig über lokale Ereignisse aus der Region. Ganz andere Inhalte, aber ebenfalls interessant zu lesen.
Dann startete ich mein eigenes erstes Blog, noch sehr zaghaft, aber immerhin ein erster Versuch.

Im Frühsommer diesen Jahres zog ich mit meinem Job&Joy Blog von typepad auf meinen eigenen Server um. Als Software verwendete ich ab jetzt Wordpress. Die Gestaltungs- wie auch die Ergänzungsmöglichkeiten bei dieser phantastischen Software haben mich überzeugt.

Inzwischen versuche ich zwischen drei und fünf Beiträge pro Woche zu schreiben. Das klappt nicht immer – aber immer wieder.
Neben dem eigenen Schreiben verfolge ich inzwischen eine ganze Menge anderer Blogs aus den unterschiedlichsten Richtungen. Es sind Trainer und Berater dabei, Web-Experten, Marketing-Spezialisten wie auch “ganz normale” Unternehmer und Freiberufler. Aus dieser letzten Spezie allerdings bei weitem noch am wenigsten. Nicht, weil ich deren Blogs nicht gefunden habe, sondern weil es immer noch sehr wenige Unternehmen gibt, die ein eigenes Blog betreiben.

Was mich am meisten fasziniert sind die Kontakte, die sich darüber ergeben. Ich habe inzwischen zu dem einen oder anderen praktisch Freundschaft geschlossen, ohne dass wir uns bisher persönlich begegnet sind. Über die gegenseitigen Kommentare, über E-mails wie auch über das eine oder andere Telefonat haben wir uns näher kennen und schätzen gelernt. Die Vielfalt sowohl menschlich, fachlich wie räumlich ist einer der Reize, die damit für mich verbunden sind.

Es gibt nur ein Problem beim Bloggen: Man kann es eigentlich nicht erklären, man muß es selber erleben. Sollten Sie (oder Du) also noch kein eigenes Blog haben, testet es aus. Es lohnt sich!

Diesen Beitrag habe ich als meinen Anteil an dem neuen ProBlogger Group Writing Project geschrieben, das Darren Rowse, vielen bekannt als der ProBlogger diese Woche veranstaltet.

Ein Blick auf sein Blog lohnt sich auf jeden Fall.

And here now the English Version:

Did I kill my German teacher?

This can be excluded with absolute certainty. Behind this tragic step, in those days of the middle sixties, there were total different reasons, which have not to be discussed here.

That I exasparated most of my German teacher, in this I am defintely sure. Less through my eloquent speeches and unerring content analysis – both of which I could not achieve in those days, but more through my not decreasing lack of interest concerning the school subject German.

I simply could not (and would not) accept, why we should interpret Günther Grass in just one and the only way, our teacher like it. And from the Ilias, I just read besides the headlines the abstracts.

And then the never ending indoctrination respecting the orthography, not to mention the punctuation. And last but not least, my really terrible handwriting put my teacher over the edge – and gave me the corresponding grades – last examaniation: German – F.

Had someone predicted in those day, I would sometime write my own book and would love to post for my newsletter and weblog on a regular basis – I would have laughed at him.

Anyhow – it took me nearly thirty years, to overcome the traumata of my school education. I got cured, at the end of the day, by blogging. Even if I have finished my first book “Job&Joy” some years ago. My real love for writing came with my blogging.

I have heard the first time about weblogs, this new form of communication over the web, a bit more than two years ago. Chris Barrow was writing down in his blog on a regular basis, his own experiences and reflections. I loved to read them and visited his blog quite often.

Parallel to this, Frank Hunck started to blog in my home village, Selent. He was reporting on a regular basis, about the things, that happened in our region. Different content, but interesting to read as well. Then I started my first own blog, still very reluctant, but nevertheless a first step.

Early summer this year, I switched with my “Job&Joy blog” from typepad to my own server. Since then I used Wordpress. The possibilities as well as the number of plugins with this phantastic peace of software did convince me more and more.

In the meantime I am trying to write between three and five post per week. I do not succeed every week, but quite often.
Beside my own writing I am reading a lot of other blogs as well. Blogs from the most different aspects of live, written by trainers, coaches and consultants, web-experts, marketing-specialists as well as just normal business men, even if they are still in minority.

What is most fascinating to me, are those contacts, which develop out of this blogging. I have made friends out of these contacts, even if we never met (till now). The mutual comments, e-mails as well as telefon (Skype-) call made it possible. The diversity of this contacts, regarding the location as well as the professional backround, are some of the aspects, which makes this so fascinating for me.

There is just one problem with blogging: You can not explain it really. You have to do in on your own. So, just in case, You do not write your own blog (till now) – come on and test it and You wil find out: It is worth every minute You invest.

[tags]ProBlogger, Group Writing Project[/tags]

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Leserkommentare

[...] Habe ich meinen Deutschlehrer in den Selbstmord getrieben? by Jörg [...]

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I dont know your language but wish u good luck for coming year

I also got entry in darrens project.
http://technospot.net/blogs/index.php/2006/12/19/predicting-the-evolution-of-techspot-insideout/

And i am feeding your blog.There wont be another chance to meet so many bloggers

Merry Christmas

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Hallo Jörg,
ein toller Beitrag! Ich denke da finden sich einiger Leser wieder.
Der Deutsch-Unterricht in Deutschland ist wirklich eine Zumutung; nachdem ich mit diesen Interpretationen nie wirklich klar kam, hat mich meine Lehrerin folgendes gefragt:
“Sag mal, sprecht ihr zu Hause überhaupt deutsch?”
Grüße aus der Eifel!

Liza,
freut mich, dass ich nicht allein bin, mit diesen Erfahrungen.

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I’ve always enjoyed writing, but didn’t feel that joy or love or writing again until more recently. Blogging lets me rant, rave, smile, laugh and share silly thoughts. It lets me comment on media, stories, other people’s thoughts and is a great form of expression.

Glad I was able to read it in English :)

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