Positives Denken als erfolgreiche Gewohnheit?


Wenn das kein guter Vorsatz für das inzwischen auch nur noch 11 Monate alte Jahr ist. Die Macher hinter dem TeNo Blog sind mal wieder auf eine geniale Idee gekommen. Sie rufen uns auf, “Think Positive“.

“Finanzkrise. Wirtschaftskrise. Gürtel enger schnallen. Das sind die alles beherrschenden Stichworte dieser Tage. Dazu ein ängstliches Gejammer an allen Ecken und Enden. Wir können es nicht mehr hören! Und wir sind der festen Überzeugung, dass man jede Krise um so besser meistert, wenn man sie als Chance sieht und wenn man ihr mit Optimismus begegnet. Deshalb ruft TeNo nun auf: Think positive!

Und sie haben sich noch etwas besonderes dazu ausgedacht.

Für jeden Kommentar und jede Verlinkung, die auf diesen Blogbeitrag verweist, zahlt TeNo 2,- Euro an die Stand up Initiative. Wenn das kein Anreiz ist, endlich sich mehr auf das positive zu konzentrieren, dann weiß ich auch nicht mehr, was Euch noch aus der Depression reißen könnte.

Die Rezessions-Schlagzeilen unserer Presse werden es auf jeden Fall nicht schaffen.

Also, wie wäre es, wenn wir unser positives Denken als neue (oder erneute) erfolgreiche Gewohnheit aufbauen. Versucht es, genießt es und erzählt wie es Euch dabei geht. Auf diesem Blog, dann mit einem Link zum TeNo Beitrag oder direkt auf dem TeNo Blog.

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Leserkommentare

Na das ist doch mal eine Ansage. Ich kann die ganze Krisensache schon nicht mehr hören. Das japanische Wort für Krise bedeutet übersetzt: Achtung, Chance!

Im Twitter bin ich gestern über folgenden, sehr genialen Spruch gestossen: “Die Finanzkrise ist nur ein Hype.” :-D

lieber jörg,

die depression, aus der du deine leser und mich „reißen“ willst
ist ja gerade das ergebnis der unfähigkeit positiv zu denken.
ob begründet oder nicht ist nicht wichtig,
aber wir können an einzelnen punkten oder auch
bei ganzen wahrnehmungs-komplexen nicht mehr positiv denken.

uns zuzurufen „think positiv!“
ist als würdest du zu einem blinden sagen: „sehe’!“,
oder einem lahmen: „nimm dein bett und wandele!“
damit resultate zu erzielen ist bisher nur ganz wenigen gelungen.

natürlich stimme ich dir zu, dass alles auch positive seiten hat.
aber manchmal ist es auch notwendig,
das negative in sich sein zu lassen,
um ihm eine gute wendung zu geben;
damit es sich nicht wie ein krebsgeschwür ausweitet.
und ist die jetzige krise nicht das ergebnis
von zu viel „positiv thinking“
und dem schlachtruf „alles ist möglich“ ?

herzlich
w

@Wolfgang:
Lieber Wolfgang,
vielen Dank für Deinen Kommentar. Es stimmt sicherlich, dass man manchmal kaum noch in der Lage ist, das Positive zu sehen. Wenn so etwas sich zu einer echten Depression ausweitet – dann hilft sicherlich (und hoffentlich) einer Deiner Kollegen (Psychologen).
Aber bei wie vielen Leuten trifft ist dieses Stadium schon erreicht? Und wieviele schimpfen, jammern und stöhnen, obwohl sie eigentlich immer noch die Möglichkeit hätten, ihren Blick auf das Ziel statt auf das Problem zu richten.

Klar, die Depression ist eine echte Krankheit und sollte auch entsprechend behandelt werden. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung depressiv ist. Genau dieser Eindruck drängt sich mir aber auf, wenn ich die Schlagzeilen in Presse, Funk und Fernsehen verfolge.

Was machen wir also mit dieser Mehrheit???

lieber jörg,

auf meinen eigentlichen einwand,
ob nicht zur realitätsbewältigung auch die wahrnehmung
und das erleben des negativen dazu gehört,
hast du in deiner antwort leider nichts gesagt.

traurig zu sein, niedergeschlagen zu sein
ist erstmal keine krankheit,
sondern eine reaktion auf gegebenheiten.
vielleicht ist es eher eine krankheit der gesellschaft,
wenn sie psychotherapie als reparatur betrieb missversteht
für schäden, das dieses system am humankapital anrichtet.
beruhigungspillen statt beseitigung der ursachen.

und sich den ursachen zuzuwenden ist manchmal
eben nicht schön und nur schwer auszuhalten.
aber es ist notwendig.

herzliche grüße aus weimar
w



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